Brandschutztüren

BrandschutztürFeuerschutzabschlüsse, allgemein auch als Brand­schutztüren bezeichnet, sind Türen in brandbeständigen oder auch brandhemmenden Wänden. Sie sollen eine Ausbreitung eines Feuers durch die Öffnung in der Wand verhindern. Die jeweilige Landesbauordnung und eventuelle Sonderbauvorschriften schreiben den Einbau solcher Türen fest.

Die Anforderungen an Feuerschutzabschlüsse werden in der 4102-5 (D) geregelt. Es gibt folgende Feuerwiderstandsklassen: T30, T60, T90, T120 und T180. Die Zahl hinter dem T gibt die Dauer in Minuten an, für welche Dauer der Feuerschutzabschluss den Durchtritt des Feuers (nicht des Rauches) verhindert und sich dann noch öffnen lassen muss. Zweiflügelige Türen werden mit der Ergänzung 2 gekennzeichnet: T30-2, einflügelige Türen werden mit der Ergänzung 1 gekennzeichnet: T90-1. Eventuelle Verglasungen in den Türen müssen die selbe Feuerwiderstandsklasse wie die Tür besitzen: eine T90 Tür muss eine F90 Verglasung eingebaut haben.

Brandschutztüren müssen immer selbstschließend sein und dürfen nicht mit Keilen oder ähnlichem offen gehalten werden. Teilweise verfügen Feuerschutzabschlüsse über Feststellanlagen, welche die Feuerschutzabschlüsse offen halten. Über autarke Brandmelder gesteuert, werden diese Feuerschutzabschlüsse bei Branddetektion automatisch geschlossen.

Zusätzlich können Feuerschutzabschlüsse auch rauchdicht sein, um die Verbreitung von Rauch zu verhindern. Ein Feuerschutzabschluss ist nicht zwangsläufig rauchdicht, umgekehrt gibt es rauchdichte Türen, die keine Anforderung an den Feuerwiderstand erfüllen. Die genauen Anforderungen an Rauchschutztüren regelt die DIN 18095. Eine Tür der Feuerwiderstandsklasse T30 mit Rauchschutzfunktion nach DIN 18095 nennt sich T30-RS.

Die Rauchdichtigkeit wird über eine allseitig umlaufende Dichtung gewährleistet, die im eingebauten und geschlossenen Zustand den Durchtritt von kaltem und heißem Rauch (bis zu 200 °C) verhindert. Sie sollen im Brandfall für eine Zeitdauer von etwa 10 Minuten die Rettung von Menschen und Tieren ohne Atemschutzmaske gewährleisten. Rauchschutztüren müssen ebenfalls immer selbstschließend sein.

Eine Feuer­schutztür muss vom DIBt (Deutsches Insti­tut für Bautech­nik) als “Feuer­schutz­ab­schluss” bauauf­sichtlich zuge­lassen sein. Eine solche Genehmi­gung wird für 5 Jahre erteilt und auf Antrag auch ver­längert. Erlis­cht eine solche  Zulas­sung, darf die Tür nicht mehr ver­wen­det wer­den. Wurde die Tür jedoch vor Ablauf der Zulas­sung einge­baut und der Übere­in­stim­mungsnach­weis jener Firma welche die Tür mon­tiert hat, wurde vom Betreiber auf­be­wahrt, darf die Tür weiter als Brand­schutztür betrieben wer­den. Brand­schutztüren sind mit­tels einem Schild auf der Tür gekennze­ich­net. Auf diesem Schild ist die Zulas­sungsnum­mer des DIBt, der Her­steller wie auch das Her­stel­lungs­jahr eingeprägt. Fehlt dieses Schild/ Kennze­ich­nung oder wird ent­fernt so erlis­cht die Zulas­sung als Feuer­schutz­ab­schluss oder eine Zulas­sung lag nie vor.

Die fol­gen­den Bestandteile sollte jede ordentlich einge­baute Brand­schutztür besitzen:

  • Zulas­sungs­bescheid des Deutschen Insti­tut für Bautech­nik (DIBt)
  • Zulas­sungss­child am Türblatt
  • Wartungsan­leitung
  • Übere­in­stim­mungserk­lärung des Errichters (Mon­tage­firma). Jener muss eine zulas­sungskon­forme Mon­tage bescheinigen.

Rauch­schutztüren brauchen gle­icher­maßen ein Zulas­sungss­child auf dem Tür­blatt wie auch ein all­ge­meines bauauf­sichtliches Prüfzeug­niss einer anerkan­nten Prüf­stelle. Die Zulas­sung regelt hier­bei auch die Mon­tage der Tür. Brand­schutztüren als auch  Rauch­schutztüren bilden immer eine Ein­heit als Bauele­ment beste­hend aus Tür­blatt, Türzarge sowie Beschlä­gen. Feuer– wie auch Rauch­schutz­ab­schlüsse der ver­schiede­nen Klassen erhält man in ver­schiede­nen Mate­ri­alien. Gebräuch­lich ist dabei Stahl, Alu­minium und Holz. Es gibt allerd­ings auch Mis­chkon­struk­tio­nen solcher Mate­ri­alien. Ferner sind Brand­schutzele­mente aus Glas bis zu gewis­sen Größen möglich.